Die Maschine lernt den Takt

Multitakt-Programm-Steuerung

Wie Lüdenscheider Erfindergedanke die Automatisierung vorantrieb

Faszinierend, finden Sie nicht auch? So viele Schalter, Kontakte und Leitungen auf soengem Raum. Und wissen Sie, wie dieses Gerät heißt? Eine Multitakt-Programm-Steuerung. Ein ziemlich sperriger Name – und auf den ersten Blick kann man sich darunter kaum etwas vorstellen. Damit ist dieses Gerät übrigens in guter Gesellschaft: Viele Produkte, die Lüdenscheid verlassen haben, waren hochspezialisiert und außerhalb der Fabrik kaum bekannt.

Wir befinden uns in den frühen 1950er Jahren. Und wenn wir uns dieses sonderbare Gerät etwas genauer ansehen, verrät es erstaunlich viel darüber, wie sich die industrielle Produktion damals zu verändern beginnt.

Zu dieser Zeit veränderte die Automatisierung die industrielle Produktion grundlegend: Abläufe wurden effizienter, präziser und unabhängiger vom manuellen Eingriff des Menschen. An dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt war der Lüdenscheider Erfinder Max Nolte.

Mit der Multitakt-Programmsteuerung entwickelte Nolte eine elektrische Steuerung, die mehrere zeitlich aufeinanderfolgende Schaltoperationen automatisch ausführen konnte. Damit ließen sich komplexe Produktionsabläufe zuverlässig und in genau festgelegter Reihenfolge steuern – ein Prinzip, das heute selbstverständlich ist, damals aber eine wegweisende Neuerung darstellte.

Der Erfolg gab Nolte Recht: Weltweit wurden etwa 5.000 Exemplare der Steuerung verkauft – darunter an namhafte Unternehmen wie Siemens, Bosch und ERCO. Die Multitakt-Programmsteuerung steht somit beispielhaft für den Innovationsgeist, der Lüdenscheid als Industriestandort über Jahrzehnte prägte.

Transkript des Audios

Faszinierend, finden Sie nicht auch? So viele Schalter, Kontakte und Leitungen auf soengem Raum. Und wissen Sie, wie dieses Gerät heißt? Eine Multitakt-Programm-Steuerung. Ein ziemlich sperriger Name – und auf den ersten Blick kann man sich darunter kaum etwas vorstellen. Damit ist dieses Gerät übrigens in guter Gesellschaft: Viele Produkte, die Lüdenscheid verlassen haben, waren hochspezialisiert und außerhalb der Fabrik kaum bekannt.

Wir befinden uns in den frühen 1950er Jahren. Und wenn wir uns dieses sonderbare Gerät etwas genauer ansehen, verrät es erstaunlich viel darüber, wie sich die industrielle Produktion damals zu verändern beginnt.

Zu dieser Zeit veränderte die Automatisierung die industrielle Produktion grundlegend: Abläufe wurden effizienter, präziser und unabhängiger vom manuellen Eingriff des Menschen. An dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt war der Lüdenscheider Erfinder Max Nolte.

Mit der Multitakt-Programmsteuerung entwickelte Nolte eine elektrische Steuerung, die mehrere zeitlich aufeinanderfolgende Schaltoperationen automatisch ausführen konnte. Damit ließen sich komplexe Produktionsabläufe zuverlässig und in genau festgelegter Reihenfolge steuern – ein Prinzip, das heute selbstverständlich ist, damals aber eine wegweisende Neuerung darstellte.

Der Erfolg gab Nolte Recht: Weltweit wurden etwa 5.000 Exemplare der Steuerung verkauft – darunter an namhafte Unternehmen wie Siemens, Bosch und ERCO. Die Multitakt-Programmsteuerung steht somit beispielhaft für den Innovationsgeist, der Lüdenscheid als Industriestandort über Jahrzehnte prägte.

Einordnung in die Zeit

Automatisierung als Antwort auf die Zeit

Die 1950er Jahre wapanel-17-41ren in Deutschland ein Jahrzehnt des Aufbruchs: Nach dem Krieg mussten Fabriken und Infrastruktur wiederaufgebaut werden, das „Wirtschaftswunder" brachte der Industrie riesige Aufträge. Doch qualifizierte Arbeitskräfte waren knapp.

Genau hier setzte die Automatisierung an: Maschinen, die Arbeitsschritte selbstständig, präziser und zuverlässiger ausführen, halfen, den Mangel auszugleichen. Max Noltes Multitakt-Programmsteuerung war eine Antwort auf genau diese Herausforderung – und passte perfekt in eine Zeit, in der Deutschlands Industrie mit Hochdruck wieder aufholen wollte.

Ein Gedanke zum Mitnehmen

Damals wie heute stellt sich dieselbe Frage: Erleichtert die neue Technik unsere Arbeit – oder bedroht sie sie? Für die Menschen der 1950er war das keine hypothetische Frage, und bei der künstlichen Intelligenz ist es auch heute keine.

Wie stehen Sie dazu?

Würden Sie Ihren Arbeitsplatz lieber so lassen – oder ihn automatisieren?

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